Geschichte
Freiwillige Feuerwehr

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Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Elsterwerda

Neben anderen Persönlichkeiten wurde unter anderem Maurermeister Friedrich Jage zum Hauptmann der ersten Steigerabteilung gewählt. Die Stärke der damaligen Wehr war mit 60 Mann beziffert und die Übungstage wurden am Gesellschaftshaus in der Berliner Straße abgehalten. Vorhandene Technik stellte man in einen nicht verpachteten Pferdestall im Rathaus oder in Scheunen unter. Das Liebenwerdaer Kreisblatt berichtet 1888 von der Übergabe eines erbauten Spritzenhauses mit Steigerturm.

Dieses wurde durch den damaligen Bürgermeister Wilde an den Kommandeur Schäfer übergeben. Von da an hatte die Feuerwehr endlich eine Heimatstatt gefunden und die Übungen konnten am Spritzenhaus, welches sich damals schon in der Burgstraße befand, durchgeführt werden.

Im Jahre 1899 übertrug der Hauptschullehrer Schäfer seine Funktion an den Kaufmann Max Müller, der diese bis 1904 ausübte. Es folgten Sägewerksbesitzer Adolf Töppel und Zimmermeister Friedrich Heinze. In dieser Zeit kam es zu mehreren Brandstiftungen an Scheunen und anderen Gebäuden, die auf das Konto des Polizisten Hurras gingen. Durch das beherzte Eingreifen von sieben Angehörigen der Feuerwehr konnte schließlich der Brandstifter gestellt werden. Es folgten der erste von zwei unsäglichen Kriegen, aus dem fünf Kameraden nicht zurückkehrten.


Seminaristen und Präparanden, die als Lehrer ausgebildet wurden, versahen während des Krieges den Dienst in der Feuerwehr weiter. Trotz der Kriegseinwirkungen ging das Leben auch in der Feuerwehr weiter. Es folgten Modernisierungsmaßnahmen, wie die Anschaffung einer Magirusleiter mit einer Auszuglänge von 12 Metern oder eines bespannten Wasserwagens.

Auch das bestehende Gerätehaus wurde modernisiert und umgebaut. Den alten Steigerturm aus Fachwerk ersetzte man durch einen Holzturm. Die Umbaumaßnahmen fanden anlässlich  des 50-jährigen Jubiläums der Feuerwehr ihren Abschluss.

Im Jahre 1929 schenkte Frau Apotheker Kroschel der Feuerwehr ein Auto. Ein weiteres Fahrzeug wurde später von der Zuckerfabrik Brottewitz erworben.


Auch durch den 2. Weltkrieg wurde die Wehr in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Angehörige waren gefallen oder vermisst, bzw. befanden sich in Kriegsgefangenschaft. Das erste 1938 angeschaffte Löschfahrzeug verschwand ebenso, wie die diverse andere Technik. Von Augenzeugen soll dieses Fahrzeug im Frühjahr in Karlsbad letztmalig gesehen worden sein.

Feuerwehrübung auf dem Markplatz Ende der 20er Jahre

Die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr lag damals in den Händen von Otto Gierke. Durch seinen unermüdlichen Einsatz konnten viele Geräte zur Brandbekämpfung gerettet werden. Die Ausbildungsdienste wurden in Zivilkleidung durchgeführt, da das Tragen von Uniformen oder Teilen davon durch die Besatzungsmacht verboten wurde. Sämtliche Technik musste mit Manneskraft bewegt werden.

Mit der Gründung der damaligen DDR im Jahr 1949 fand auch in der Feuerwehr ein grundlegender Wandlungsprozess statt. Die Belange des Brandschutzes wurden fortan in die Hände der Behörde der DDR gelegt.


Mangel an Fahrzeugen und Geräten waren an der Tagesordnung. Es wurde sogar Technik aus den freiwilligen Wehren zur Ausstattung der von Berufsfeuerwehren abgezogen. Damit war das Chaos perfekt. Sorgten in den vergangen Jahren die Kriegswirren zum Mitgliederschwund, so schuldete die politische Entwicklung ab 1950 das Ausscheiden einer Reihe bewährter Kameraden aus dem Feuerwehrdienst.

Im Jahr 1954 konnte die Freiwillige Feuerwehr Elsterwerda das erste genormte Löschfahrzeug aus DDR-Produktion vom Typ „Granit 27“ übernehmen.

Genau dieses Löschfahrzeug befindet sich nach vielen Jahren heute wieder im Besitz der Feuerwehr und wird gegenwärtig von einigenKameraden und Vereinsmitgliedern liebevoll restauriert.

Ein wesentlicher Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr ist die Übernahme der Leitung im Jahr 1964 durch den Kameraden Horst Mechelk. Kaum ein anderer hat die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr in Elsterwerda so nachhaltig geprägt. Leider kann er die Früchte seiner über 30-jährigen Arbeit nicht mehr genießen. Horst Mechelk kam bei der Bahnhofskatastophe  am 20.11.1997 auf dem Bahnhof in Elsterwerda ums Leben.


Im Jahr 1965 wurde das bestehende Gerätehaus mit Schlauchtrockenturm zum zweiten Mal umgebaut. Der alte Holzturm wich einem neuen aus Stein. Bei der Bewältigung der Baumaßnahmen legten neben Baufirmen auch viele Kameraden mit Hand an. In den folgenden Jahren wurde durch Bereitstellung neuer und moderner Löschtechnik die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr weiter verbessert. Sie gehörte damit schon damals zu den schlagkräftigsten Feuerwehren im damaligen Kreis Bad Liebenwerda. Viele örtliche und überörtliche Einsätze meisterte man somit erfolgreich.

Einen weiteren Höhepunkt im Leben der Feuerwehr Elsterwerda stellte das Jubiläum anlässlich des 100-jährigen Bestehens im September 1981 dar. Im Vorfeld baute man das Gerätehaus ein drittes Mal um. Die Tore wurden angehoben und die Garage in der Rathausstraße aufgestockt, neue Räumlichkeiten wie eine kleine Küche, Bekleidungs- und Ausrüstungskammer sowie ein Büro für den Wehrleiter entstanden. Erinnert sei an dieses Fest mit der großen Schauübung auf dem ehemaligen Postplatz, als tausende Einwohner und Gäste den Platz säumten. Trotz der durchgeführten Umbauarbeiten platzte das bestehende Gerätehaus bald wieder aus allen Nähten. Teilweise musste Technik in Scheunen von Kameraden untergestellt werden. Wieder fassten die Feuerwehrleute an und schufen in ausnahmsloser Freierabendtätigkeit zwei neue Garagen mit Werkstatt sowie Nebengebäuden.

   

Die politische Entwicklung Ende der 80iger und Anfang der 90iger Jahre mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten ging auch an der Freiwilligen Feuerwehr nicht spurlos vorbei. Da das alte Gerätehaus nicht mehr den Anforderungen der nun geltenden Unfallverhütungsvorschriften entsprach, versuchte die damalige Wehrführung in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung den Traum von einem neuen modernen Gerätehaus wahr werden zu lassen. So mancher Mitbürger zollte diesem Vorhaben mitleidvolles Lächeln. Am 22.10.1997 war es endlich soweit. An der Unterführung wurde der Grundstein für ein neues Feuerwehrgerätehaus gelegt. Richtfest wurde am 06.02.1998 gefeiert. Ein Traum war in Erfüllung gegangen.

Übergabe des ersten, nach der Wende neu angeschafften, Feuerwehrfahrzeuges im Jahr 1994.

  

  

Am 29.05.1999 konnte mit vielen Kameraden, Einwohnern und Gästen das neue Feuerwehrgerätehaus volksfestartig übergeben werden. Der damalige Bürgermeister Peter Schwarz übergab den Schlüssel an den Stadtbrandmeister Bernd Petersen. Seither erfüllen nicht nur die Kameraden der Feuerwehr sondern auch der 1998 reaktivierte Feuerwehrverein 1880 e.V. das neue Feuerwehrdepot mit Leben. Seit 2001 gehören 6 moderne Fahrzeuge zum Fahrzeugpark der Feuerwehr.